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Finde Deinen Leitstern

Jeden Tag hören wir über die Medien tausende "Stimmen", die uns förmlich anschreien: Komm her. Hör mir zu. Nein, hör mir zu. Ich sage die Wahrheit – nein ich sage sie. Kaufe das. Schau her und hör Dir das an. Bevorzuge dies und das.… laberlaberlaberlaber.

Das kann ganz schön stressig sein. Vielleicht verlieren wir uns sogar in diesen oft negativen Meldungen und bleiben dadurch an Dingen hängen, die eigentlich gar nicht wichtig sind und uns nur wertvolle Lebenszeit stehlen. Deshalb ist es ungemein hilfreich, einen Leitstern zu haben, der durch das Chaos leuchtet und uns den Weg durch das Dickicht des angeblich so wahnsinnig wichtigen Wirrwarrs weist.

Je nachdem in welche Richtung Du gehst, addieren sich die Momente und werden zur grundsätzlichen Kursrichtung Deines Lebens

Finde deinen Leitstern: Die Praxis


Ein wichtiger Teil Deines Wohlbefindens liegt darin, nicht tagtäglich von allem, was auf Dich hereinbricht, von Deinem Weg geschubst zu werden. Allein wichtig ist, dass Du konzentriert Deinen Weg gehst, auch wenn Du das Gefühl hast, die Welt um Dich herum spielt gerade ver-rückt!

Warum ist es wichtig, einen Leitstern zu haben


Vor langer Zeit war ich Teilnehmerin an einem Meditations-Retreat. Eines Abends, als wir nach dem letzten Üben aus dem Saal gingen, fühlte ich mich merkwürdig durcheinander und verwirrt.

Ich wollte gleich diesen Gefühlen nachgehen, weil sie eigentlich nicht meiner Natur entsprachen. Ganz klar kann es bei einem solchen Retreat vorkommen, dass es die tiefsten Ebenen der Seele berührt. Das kann ganz schön unbequem sein.

Ich ging also über eine Wiese in Richtung Waldrand. Zwischenzeitlich war es recht dunkel und ich war froh um die Taschenlampe. Ich schaute zu den Sternen hinauf, die in der recht kalten, klaren Nacht hell leuchteten.

Meine Augen folgten dem Polarstern und eine Welle der Entspannung kam über mich.


Dieser Anblick wirkte beruhigend auf mich, es war etwas, auf das man sich verlassen konnte. Es verband mich mit meiner Jugend. Mein Vater zeigte mir den großen Wagen und den Polarstern, der im Sternbild „kleiner Bär“ als hellster Stern leuchtet und an klaren Nächten gut zu sehen ist. Und selbst als ich als Jugendliche in einem Zeltlager war und wir eine Nachtwanderung machten, glaubte ich, solange ich den Polarstern ausfindig machen konnte, würde ich meinen Weg aus den dunklen Wäldern, zurück in die Sicherheit finden.

In dieser Nacht auf jeden Fall schaute ich wieder einmal lange zum Polarstern hinauf und fragte mich: „weiß ich überhaupt, was mein Polarstern, was mein Leitstern ist?“ Ich wartete und die erste Antwort kam nach kurzer Zeit zu mir, eine weitere nur Sekunden später. Sofort fühlte ich mich besser. Ruhiger und gelöster.

Das waren meine Antworten. Für Deine Antworten musst Du selbst die Sterne fragen. Antworten kommen manchmal schneller und manchmal haben sie einen längeren Weg. Bleib einfach dran.

Wenn Du Deinen Leitstern findest, weißt Du genau, wohin Du willst. Das allein schon fühlt sich verdammt gut an. Auf dieses Ziel, auf Deinen Leitstern zuzugehen, wird Dir und den Menschen, die um Dich sind, Glück und Nutzen bringen. Damit kannst Du größere Träume träumen und mehr Chancen im Leben wahrnehmen. Und wenn Du Dich einmal im Wirrwarr der lauten Welt verirrst – hast Du hier Deinen Leuchtturm, der Dich nach Hause bringt.

Das tägliche Leben verstrickt uns so oft in Banalitäten. Es ist so leicht, sich in Routinen und Verpflichtungen zu verfangen, die allmählich den Lauf Deines Lebens bestimmen. Es mag zielgerichtet aussehen und notwendig sein, Frühstück zu machen, Kinder in die Schule zu bringen, zur Arbeit zu gehen, dann nach Hause zurückkehren, Abendessen, ins Bett zu gehen und am nächsten Tag alles zu wiederholen - aber in unserem Inneren wissen wir, dass es uns keinen tieferen Sinn gibt, dass es kein fundamentales Ziel ist, welches Klarheit, Bedeutung oder gar Lebensfülle in den unterschiedlichsten Ausprägungen ergibt.

Dann beginnt sich das Leben hohl anzufühlen. Es geht plötzlich mehrheitlich nur noch darum „durchzukommen“ als irgendwo anzukommen.


Finde Deinen Leitstern - Wie?

Nimm Dir eine Denkzeit. Eine Auszeit – nur für Dich.Gehe an einen Ort, der Dir wichtig ist. Vielleicht hast Du solch einen Ort oder bist bereit ihn für diese und künftige Auszeiten zu finden.

Starte!

Schließe jetzt Deine Augen, atme ruhig und gleichmäßig. Mit dem ruhigen Atem beruhigt sich Dein Geist. Atme mehrmals ein und aus. Atme ein durch die Nase – atme aus durch den Mund – möglichst doppelt so lange ausatmen, wie Du eingeatmet hast. Die Gedanken werden leiser und leiser – Du kommst ganz allmählich bei Dir selbst an.


Dann frage Dich (und Dein Unterbewusstsein), entweder laut oder in Stille: „Was ist mein Leitstern?“ Du kannst auch die Frage anders stellen wie zum Beispiel: „Was ist mein Ziel?“ oder „was will ich in meinem Leben noch erreichen?“.

Behalte Deine Frage im Hinterkopf und warte einfach ab, was zu Dir kommt. Überstürze nichts und beeile Dich nicht. Die Antwort kann ganz leise sein; vielleicht musst Du genau hinhören, um sie wahrzunehmen. Es kann mit der Stimme eines Kindes gesprochen sein oder mit der, eines weisen Lehrers.

Die Antwort kann aber auch einfach aus Dir heraus entstehen, aus einer inneren Klarheit. Eventuell ist es kein ganzer Satz sondern einzelne Wörter.

Die Antwort, die zu mir kam, war das einzelne Wort „Herzensliebe“, gefolgt von „meine Potenziale leben“. Aber Deine Antwort kann in Form eines Bildes, einer Körperempfindung, einer Erinnerung kommen oder einfach aus wortlosem Wissen heraus.


Wenn du eine Antwort bekommst aber das Gefühl hast, jetzt noch verwirrter zu sein, könntest Du Dich fragen: „Wie kann mein Leitstern mich zu diesem Ziel führen?“ oder „was hat hier und jetzt Priorität?“. Versuche die Antwort, die jetzt folgt zu akzeptieren – gib Dich dem ganz hin.

Es ist in Ordnung, wenn Dein Leitstern sich mit der Zeit ändert. Aber was immer er ist: lass Dich von ihm führen.

Schreibe das auf, was Du als Antwort erhältst. Vielleicht auf ein Post-it und dann klebst Du es auf den Kühlschrank. Wenn Du mehr Privatsphäre brauchst, dann codiere den Kleber, vielleicht machst Du aus Worten eine Zeichnung oder benutzt nur die Anfangsbuchstaben.

Was noch wichtig wäre:


Denke vor dem Zubettgehen immer an Dein Ziel, Deinen Leitstern. Überlege Dir, was Du am heutigen Tag dafür getan hast. Es ist sicher nicht immer etwas Großartiges, es kann auch nur eine Kleinigkeit gewesen sein, zum Beispiel, dass Du bei einem Spaziergang oder in der Mittagspause intensiv an Deinen Leitstern gedacht hast und Du spürtest, dass Du auf dem richtigen Weg bist.

Führe ein Tagebuch

Eine gute Variante ist auch, dass Du alle Gedanken am Abend in ein Tagebuch schreibst. Aufschreiben heißt nichts anderes, als die Gedanken oder Taten des Tages auf Papier und damit aus dem Kopf zu bringen. Das muss nicht ausführlich sein und auch nicht in ganzen Sätzen. Schreibe wichtige Wörter auf oder zeichne etwas rein, was Du mit Deinem Ziel verknüpfst.

Aber denke jeden Tag an Deinen Leitstern und an das, was er Dir als Antwort mitgegeben hat.

Schreibe in Dein Tagebuch, welche Belohnung Du Dir selbst geben wirst, wenn Du Dinge erreicht hast, weil Du Deinem Leitstern gefolgt bist. Schreibe auch auf, welche Schwierigkeiten Dich zu welchem Zeitpunkt abgehalten haben, ihm zu folgen. Notiere, welche Freude und welche Vorteile es Dir und anderen gebracht hat, wenn Du ihm gefolgt bist.


Lasse diese guten Gefühle und Erkenntnisse in Dich einsinken und verbinde sie mit Deinem Leitstern. Wir alle sind doch in jedem Moment in die eine oder andere Richtung unterwegs.

Vergiss bitte nie: Je nachdem in welche Richtung Du gehst, addieren sich die Momente und werden zu Deinem grundsätzlichen Kurs in Deinem Leben.

Ich wünsche Dir, dass Dein Leben auf deinen Leitstern ausgerichtet bleibt.

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